Viele haben es geahnt, hier scheint es mal wieder bestätigt zu sein: für das Weiterkommen im Leben sind gute Schulnoten nützlich, ein hoher IQ zwar gut, aber unschlagbar ist ein starkes Selbstbewusstsein. So der gestrige Artikel aus dem Magazin Focus.
Ohnehin ist das Konzept des IQ (Intelligenzquotienten ) von vielen Seiten als zu einseitig eingeschätzt worden Howard Gardner, der dem klassischen IQ noch mehrere andere relevante Intelligenzen an die Seite stellt, betrieb dazu Forschungen und verfasste ein aufschlussreiches Buch "Abschied vom IQ". Er fand mehr als 6 weitere Intelligenzen bei Menschen.
Der IQ ist nicht alles
Die These, dass IQ nicht alles sei, die immer wieder ( auf verschiedene Weise) belegt wurde, wird meines Erachtens auch durch die Forschungsergebnisse zur Hochbegabung untermauert. Viele Hochbegabte können ihr Potenzial nicht leben, da es entweder nicht entdeckt oder gefördert wird. Viele Hochbegabte befürchten, wenn sie ihrem hohen IQ folgen würden, etwas ganz Wichtiges in ihrem Leben einzubüßen: die Zugehörigkeit zu einer Gruppe, die sie mag und akzeptiert.Sie haben Angst, 'anders' zu sein.
Selbstbewusstsein ist eine Schlüsselkompetenz
Wie man sehen kann, sind ein hoher IQ und Hochbegabung ganz und gar
kein sanftes Ruhekissen. Sie sind wichtiges Potenzial. Um es jedoch
klug nutzen zu können, bedarf es einer weiteren Perspektive, die
sowohl die Ganzheit der eigenen Person als auch der jeweiligen Umgebung
berücksichtigt und vor allem auch eine längere Zeitperspektive
einbezieht. Selbstvertrauen ist daher mehr: Weitsicht und Klugheit.Deutlich macht dieser Focus-Artikel aufs Neue, dass ein hoher IQ nichts darüber aussagt, inwiefern er auch genutzt wird.
Selbstbewusstsein oder eher Selbstvertrauen?
Anders als im Artikel würde ich die Kernkompetenz für Erfolg im Leben, die noch über einen hohen IQ hinausweist weniger das Selbstbewusstsein als eher Selbstvertrauen sehen. Sie befähigt Menschen, ihre Möglichkeiten auch zu nutzen. Sich selbst zu vertrauen erscheint mir wichtiger, als Selbstbewusstsein zu haben. Mit Selbstvertrauen sehe ich eine höhere positive 'Selbstaktualisierung' verbunden. Damit ist das Vertrauen gemeint, dass man hohe eigene - und fremde - Erwartungen an die eigene Person auch erfüllen kann. Es wirkt wie die wohlbekannten selbst erfüllenden Prophezeiungen.
Kann man Selbstvertrauen lernen?
Ja, man kann, wenn man sich dafür einen längeren Atem gönnt, sowie entsprechende Chancen, diese komplexe Eigenschaft zu entwickeln. Jede/r hat den Kern dazu in sich. Und etwas, das schon da ist, kann gestärkt, entfaltet werden. Dieses Ziel lohnt in jedem Fall den Einsatz. Sich mit Gleichgesinnten zusammen zu tun, sich professionell unterstützen lassen sind unterstützende Rahmenbedingungen. Das Wichtigste ist der Wunsch, sein Selbstvertrauen zu stärken.
Woran merken Sie selbst, dass Sie sich, trotz widriger Umstände, selbst vertrauen?
1.Wie verhalten Sie sich dann?
2.Wie fühlen Sie sich?
3.Wie denken Sie über sich,
- über eine Aufgabe,
- über andere Menschen?
Es lohnt sich, sich obige Fragen zu stellen. Und dann aufmerksam auf die Antworten aus dem eigenen Inneren neugierig zu sein.
Wie wirken diese Fragen auf Sie?

Liebe Annja,
dann weißt Du auch gute Fragen zu schätzen. Diese machen auf Schätze aufmerksam. Unschätzbar wichtig. Ja: genau so sehe ich es auch: "Eigentlich geht es bis zum letzten Atemzug darum, sich selbst aufbauend zu behandeln." Lass es uns mit Neugier tun, aufbauen erfordert auch mehr an Einsatz und an Überlegung als kaputt zu machen..
Danke für Deinen Beitrag!
Kommentiert von: Dagmar von Consolati | 04. Juni 2009 um 22:18 Uhr
Liebe Dagmar,
sich Fragen stellen, ist eine wunderbare Möglichkeit, sich selbst auf die Schliche zu kommen. Wichtig finde ich, die Fragen möglichst positiv statt hyperkritisch zu formulieren. Gerade so wie du das hier tust.
Zu erkennen, wie wir uns oft selbst klein machen statt löwenstark, ist ein guter Weg. Und "langer Atem" ist dabei absolut erforderlich. Eigentlich geht es bis zum letzten Atemzug darum, sich selbst aufbauend zu behandeln. Danke für die Fragen.
Kommentiert von: Annja Weinberger | 04. Juni 2009 um 10:01 Uhr